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Julian Assange verklagt Nobelpreiskomitee
Assange tritt nach langer erzwungener Stille wieder auf – und landet direkt einen Treffer
Fast unbemerkt ist Julian Assange vor fünf Monaten gegen kaution frei gekommen. Nach Jahren der Haft und Isolation meldete er sich vor zwei Monaten wieder zu Wort – und das mit einer bemerkenswert klaren Aktion: Er hat das Komitee des Friedensnobelpreises wegen Veruntreuung des Stifterwillens angezeigt. Assange argumentiert, dass die jüngsten Entscheidungen des Komitees nicht mehr mit Alfred Nobels Testament vereinbar seien, das den Preis ausdrücklich jenen vorbehalten will, die sich für Abrüstung und internationale Verständigung einsetzen.
Unabhängig davon, wie die Anzeige juristisch bewertet wird, ist eines offensichtlich: Assange tritt nach langer Zeit wieder auf die Bühne – und tut es mit einem präzisen, gut begründeten Angriff auf eine Institution, deren Entscheidungen seit Jahren kontrovers diskutiert werden. Allein diese Rückkehr, in dieser Form, verdient Aufmerksamkeit und Respekt.
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